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KoopGH Thema3

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Thema 3: Ganzheitlich lernen als Herausforderung

Bearbeitet von: Loose, N�renberg, Frick, Esser


Contents

Begriffskl�rung

Was ist Ganzheitliches Lernen?

m�gliche Antworten:

1. Lernen mit Hand, Herz und Verstand (Fokus: Lernende)

  • Das Handlungsorientierte Unterrichtskonzept (HILBERT MEYER)
  • Themenzentrierte Interaktion (RUTH COHN)
  • Suggestop�die

2. Lernen �ber die engen Grenzen eines Faches hinaus (Fokus: Gegenstand)

  • F�cherverbindender und F�cher�bergreifender Unterricht


Lernen mit Herz, Hand und Verstand

Das Handlungsorientierte Unterrichtskonzept (HILBERT MEYER)

Definition: Handlungsorientierter Unterricht (HoU)

HoU ist ein ganzheitlicher und sch�leraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Sch�lern vereinbarten Handlungsprodukte die Gestaltung des Unterrichtsprozesses leiten, so dass Kopf- und Handarbeit der Sch�ler in ein ausgewogenes Verh�ltnis zueinander gebracht werden k�nnen.


Dimensionen des HoU

  • Personaler Aspekt: Im Unterricht soll die ganze Lernperson angesprochen werden, sie soll mit allen Sinnen dabei sein.
  • Inhaltlicher Aspekt: Die Unterrichtsinhalte werden nicht aufgrund einer Fachsystematik, sondern aufgrund von Frage- und Problemstellungen bearbeitet.
  • Methodischer Aspekt: Vom Frontalunterricht zu ganzheitlichen Methoden (GA, Projektarbeit, LaS?)


Merkmale des HoU

1. Interessenorientierung (Sch�lerinteressen als Ausgangspunkt)
2. Selbstt�tigkeit und F�hrung (aber: nicht als Selbstzweck)
3. Verkn�pfung von Kopf- und Handarbeit (ausgewogenes Verh�ltnis, dynamische Wechselwirkung)
4. Ein�bung in solidarisches Handeln
5. Produktorientierung


Warum HoU?

  • Eine rein kognitive Vermittlung von Inhalten f�hrt nur sehr eingeschr�nkt zu einem Verst�ndnis und nachhaltigen Kompetenzen.
  • Handeln und Denken geh�ren zusammen.
  • Ph�nomene der Lebenswirklichkeit der Sch�ler werden zunehmend komplexer, dass ein ganzheitliches Verst�ndnis nicht mehr durch ein Fach alleine erreicht werden kann
  • H�here Motivation am Unterricht


Chancen des HoU

  • Zusammenf�hrung von kognitivem und affektivem Lernen unter Ber�cksichtigung der verschiedenen Lerneingangskan�le und Lerntypen (auditiv, visuell, kommunikativ, motorisch).
  • Je mehr Eingangskan�le (Sinne!) zum Lernen genutzt werden, desto fester wird das Wissen gespeichert, desto vielf�ltiger verankert, desto besser verstanden und sp�ter auch erinnert.
  • SuS k�nnen sich st�rker mit einem selbst geplanten Unterricht identifizieren
  • Entwicklung von Methodenkompetenz
  • F�rderung von sozialer Kompetenz
  • Leistungserwartungen k�nnen sachlich begr�ndet und sinnlich-handgreiflich nachvollzogen werden


Risiken des HoU

  • �berforderung des Lehrenden m�glich (v.a. anfangs)
  • starke Eigendynamik erschwert es, den "Roten Faden" im Blick zu behalten
  • Erh�hte Unruhe, bis SuS das Konzept kennen
  • organisatorisch-institutionelle und curriculare Voraussetzungen sind schlecht
  • Behinderung des HoU durch enge fachdidaktische Fixierung
  • normorientierte Leistungsbeurteilung ist erschwert
  • Er�ffnung von Freir�umen entwickelt nicht automatisch eine st�rkere Selbstt�tigkeit oder Eigenverantwortlichkeit
--> gr�ndliche Vorbereitung notwendig


Entfaltung und Konkretisierungen des Handlungsorientierten Unterrichtsprinzips nach MEYER

Die

T - teilautonome
E - entwicklungsorientierte
A - alternative
M - Marktplatzschule
  • zeichnet sich durch drei S�ulen des Unterrichts aus: Lehrgang, Freiarbeit und Projekt
  • HoU sollte "im Fachunterricht selten, in der Freiarbeit hin und wieder und in der Projektarbeit nahezu ausschlie�lich" praktiziert werden (vgl. JANK/MEYER 1991, S.362 in: BOVET & HUWENDIEK, S.49)


Didaktische Strukturierung des HoU (JANK/MEYER 2002; in: BOVET/HUWENDIEK, S.49):

1. Aufgabenstellung interessenorientiert und entwicklungsbezogen
2. Handlungsplanung produktbezogen
3. Soziale Architektur kooperativ
4. Themenstellung situations- und problemoreintiert
5. Prozesssteuerung bzw. Verlaufsplanung offen und produktorientiert


Die Themenzentrierte Interaktion (RUTH COHN)

Definition: Themenzentrierte Interaktion (TZI)

Die TZI ist eine Methode gruppenbezogenen Lehrens und Lernens, die f�r Interaktionen bestimmte Regeln festsetzt. Wichtig ist ein gutes Gruppenklima und die Balance zwischen den Anspr�chen des Ich, des Wir und des ES. Zu diesen drei Anspr�chen kommt noch das bedingungsetzende Umfeld (Globe).


Postulate und Regeln nach dem Konzept von RUTH COHN

1. Postulat: Sei dein eigener Chairman.
2. Postulat: St�rungen haben Vorrang

Hilfsregeln:

  • Sprich St�rungen sofort an.
  • Vertrete dich selbst mit deinen Bed�rfnissen, Gef�hlen, Gedanken, Fantasien, Wertungen usw.
  • Sprich als "ich" und nicht als "man".
  • Akzeptiere dich wie du bist.
  • Nimm andere als Person wahr und schenke ihnen die gleiche Achtung wie dir selbst.
  • Begr�nde deine Fragen, Interessen und Bed�rfnisse.
  • Vermeide Nebengespr�che, sie st�ren die Gruppe.
  • Halte dich mit Verallgemeinerungen zur�ck.


Beispiele

Blitzlicht

- Teilnehmende werden gebeten, sich reihum, sehr kurz und z�gig, zu einer Frage zu �u�ern. - Als Momentaufnahme erm�glicht es einen Hinweis, ob die Balance "Ich - Wir - Es - Globe" noch stimmt

Dominospiel

- Sch�ler haben zu einem Thema �hnliche bis sehr unterschiedliche Auffassungen oder Erfahrungen. Einer beginnt mit einem Beitrag. Ein N�chster f�hrt fort:"Das ist genauso bei mir..." bzw. "Das war ganz anders bei mir..." - Die Sch�ler m�ssen sehr genau zuh�ren, wo sich f�r sie Ankn�pfungspunkte ergeben.


Die Suggestop�die

Was leistet Suggestop�die?

Die Neurodidaktik will durch mehr rechtshemisph�risches und multisensorisches Lernen, durch besseren Kontakt, Phantasiereisen, Lernkonzerte sowie konzentrationsf�rdernde Entspannungs- und Bewegungs�bungen an hirnbiologisch ad�quateres Lernen erm�glichen.

Weitere Informationen zu Suggestop�die unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Suggestop%C3%A4die


Fachspezifisches, Beispiele

Mathematik

Physik

Deutsch

...



Projekt- und F�cher�bergreifender Unterricht

Schritte und Merkmale eines Projekts

1. Schritt: Eine f�r den Erwerb von Erfahrungen geeignete problemhaltige Sachlage ausw�hlen

Merkmale
- Situationsbezug (umfasst F�lle von Aspekten, muss mit dem wirklichen Leben zu tun haben)
- Orientierung an den Interessen der Beteiligten
- gesellschaftliche Praxisrelevanz zur H�herentwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft

2. Schritt: Gemeinsam einen Plan zur Probleml�sung zu entwickeln

Merkmale
- zielgerichtete Projektplanung (demokratisch)
- Selbstorganisation und Selbstverantwortung, wobei der Lehrer die Verantwortung f�r die Planung der Selbstplanung hat

3. Schritt: Sich mit den Problem handlungsorientiert auseinandersetzen

Merkmale
- einbeziehen vieler Sinne
- soziales Lernen

4. Schritt: Die erarbeitete Probleml�sung an der Wirklichkeit �berpr�fen

Merkmale
- Produktorientierung (P. muss Gebrauchs- und Mitteilungswert haben; Arten von Produkten: Aktions- und Kooperationsprodukt (z.B. Podiumsdiskussion), Vorf�hrungs- und Veranstaltungsprodukte (z.B. Theaterst�ck), Dokumentationsprodukt (z.B. Buch, Gutachten); Ausstellungsprodukt, Gestaltungsprodukt (z.B. Schulhofgestaltung))
- Interdisziplinarit�t
- Grenzen des Projektunterrichts (Wann erfolgt die Phase der Informationsvermittlung bzw. wie erfolgt die Informationsintegration?)


Abgrenzung des Projektunterrichts vom F�cherverbindenden Unterricht (vgl. BOVET/HUWENDIEK, S.146f.)

Didaktische Aspekte Projektunterricht F�cher�bergreifender Unterricht
Unterricht �ffnung nach au�en, Einbeziehen der Lebenswelt und Adressaten �ffnung innerhalb der Schule (wissenschftliche Kooperation mit anderen F�chern)
Inhalte und Ziele Probleme der Alltagswirklichkeit handelnd l�sen komplexe, mehrperspektivische Ph�nomene und �berfachliche Probleme zusammenschauend begreifen und reflektieren
Planung Mitsprache aller am Projekt Beteiligten Koordination und Kooperation durch die (Fach-)Kollegen
Organisation innerfachlich; au�erhalb der F�cher; Projekttage- und Wochen; Sonderformen (z.B. Landheimaufenthalte) parallel, getrennt oder zeitnah verdichtet; in den einzelnen F�chern oder in spezifischen Fach- und Personenkonstellationen; in Sonderformen wie z.B. Studienfahrten
Lerngruppen Klassenverband, Jahrgangsstufe, Interessengruppen Klassenverband, Jahrgangsstufe, Interessengruppen
Selbstverantwortung Gleichberechtigung; Moderation durch eine hauptverantwortliche Leitung Koopration der Fachkollegen, Koordination eines Lehrenden
Rollen st�ndig wechselnde, flexible und situative Rollen und Arbeitsteilung durchl�ssige Lehrer- und Lernerrollen (d.h. Lehrende als Lernende unter Kollegen, Sch�ler als Lehrende unter Mitsch�lern)
methodische Ausrichtung anwendungsbezogen themenbezogen
Lernformen soziales, praktisches Lernen in variablen Gruppenformationen, selbstt�tig und selbstentdeckend interdisziplin�res Lernen, interaktiv, kommunikativ
Zugriffsweisen ganzheitlich (mit allen Sinnen) integrierend und synthetisierend
Aneignungsmodi exemplarisch vernetzend
Ergebnisse Produktpr�sentation Integrationsleistung
Bewertung Selbst�berpr�fung und Reflexion, Binnenkontrolle Selbst- und Fremd�berpr�fung m�glich


Chancen des Projekt- und F�cherverbindenden Unterrichts

  • Erh�hung der Berufszufriedenheit
  • Verst�ndigung mit Kollegen und Kolleginnen
  • Sch�ler k�nnen ungef�cherte Erfahrungen einbringen


Risiken des Projekt- und F�cherverbindenden Unterrichts

  • Lehrer f�hlen sich prim�r als Fachleute f�r ihre studierten F�cher
  • qualifizierter fachfremder Unterricht bedarf besonderer Vorbereitung
  • Transparenz kann unangenehm sein
  • erh�hter Arbeitsaufwand

Literatur

  • BOVET, G. & V. HUWENDIEK (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. P�dagogik und Psychologie f�r den Lehrberuf. 4. �berarbeitete Auflage. Berlin 2004. S. 47-54, 63f., 123-147.
  • GUDJONS, H.; Handlungsorientiert lehren und lernen. Sch�leraktivierung, Selbstt�tigkeit, Projektarbeit. 6., �berarbeitete und erweiterte Auflage. Bad Heilbronn 2001. S.79-92.
  • MEYER, H.: Unterrichts-Methoden. II: Praxisband. Berlin 1987b. S. 401-411.

Vorschl�ge zur Weiterarbeit:

  • Leuders: Didaktik der Mathematik, S. 185 � 197
  • ml 101: Ganzheitlich unterrichten
  • Vester: Denken, Lernen, Vergessen, ..., S. 48 - 53

Links

Excel lernen mit Suggestop�die: http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=446088.htm Kooperatives Lernen auf learn:line : http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/








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