KoopGH Thema10
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Thema 10: Lehrerberuf - Beruf Lehrer: Identit�t gewinnen im Berufsfeld Schule
(Bearbeitung: Trenkamp, Gray, H�ndler und Strauch)
Aus Lehrern, den traditionellen W�chtern und Gestaltern des Lernfortschritts, werden Berater, Methodengestalter, die Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, die den Lernprozess moderieren, initiieren, beschleunigen, die �u�eren Bedingen dazu schaffen. Lehrer sind Berater und Entwicklungshelfer f�r K�rper, Seele und Geist auf dem psycho-mentalen und kommunikativen Weg zum Lernerfolg. (Franz Decker)
Contents |
Zum Vorverst�ndnis
Lehrer, das hei�t heute mehr und mehr auch Moderator, Organisator und Coach zu sein. Die Rolle der Lehrerin und des Lehrers hat sich in den vergangenen Jahren stark ver�ndert und wird sich weiter ver�ndern. Die Zeit des klassischen �Paukers� ist vorbei. Heute stellen Sch�ler, aber auch die Eltern, die Betriebe und die Bildungsbeh�rden ganz andere Anforderungen an die Art und Weise, wie in der Schule gelehrt und gelernt werden soll.
Lehrer m�ssen vor allem �das Lernen lehren�, lautet sp�testens seit PISA I die Devise: Dies bedeutet, dass sich Lehrer nicht mehr nur als reine Wissensvermittler, sondern auch als Trainer ihrer Sch�ler verstehen. Gefragt sind heute Ideengeber, Organisatoren und Motivatoren mit einem breiten Repertoire an Fachwissen und Methodenkompetenz. Lehrer sein kann Berufung bedeuten und zwar dann, wenn man in diesem Beruf seine Tr�ume und Ideale verwirklichen m�chte. Solche �berzeugungen sind Teil unserer Pers�nlichkeit als Lehrer, sie geben der T�tigkeit einen tieferen Sinn als z.B. den reinen Gelderwerb. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie unsere �berzeugungen ausgepr�gt sind, unsere Intention bestimmt unser Handeln. Gehen wir z.B. mit negativen Vorerwartungen in eine neue Klasse, weil wir Schlechtes �ber die Lerngruppe erfahren haben, wirkt sich das - wie auch immer geartet - auf unser Verhalten aus. Wenn sich das Verhalten mit den pers�nlichen �berzeugungen im Gleichklang befindet, dann ist der Mensch authentisch, er lebt seine Identit�t. Dabei ist es unwichtig, ob die die Identit�t tragenden �berzeugungen eher positiv oder negativ sind, wichtig ist nur, dass das Individuum die �bereinstimmung zwischen �berzeugungen und den daraus resultierenden Handlungen als ich-identisches Verhalten, also als authentisch, erlebt.
Der Lehrer bleibt der erwachsene Lerner und muss diese Grundhaltung in seine �berzeugungen und damit in sein Selbst, seine Identit�t �bernehmen um eine starke und individuelle Lehrerpers�nlichkeit entwickeln zu k�nnen.
LehrerSein
Die Rolle des Lehrers
Bin ich die m�tterliche Freundin, die gro�e Schwester, die Sachautorit�t, der r�ckenklopfende Kumpel ,der g�tige, helfende Mitmensch, der R�cher der sozial Enterbeten, die humanistisch Gebildete, die den sch�nen Geist zu teilen sucht,.....??!!
In der Wahl unserer Rolle sind wir nicht v�llig frei, was wir wirklich im Klassenraum umsetzen, h�ngt von verschiedenen Faktoren ab:
- von den Vorerfahrungen und Erwartungen der Sch�lerinnen
- von dem allgemeinen sozialen Klima, dem Schultyp, dem Kollegium, dem �blichen Umgangston
- von unserer eigenen F�higkeit, menschliche Beziehungen herzustellen und zu gestalten
- von unserer methodischen und fachlichen Kompetenz
- von unserem pers�nlichen Bed�rfnis (Wunsch nach Anerkennung /Zuneigung durch die Sch�ler und Kollegen vorhanden? Falls ja, wie ausgepr�gt?)
Der Lehrer ist dazu da, Wissen zu vermitteln. Daraus ergeben sich drei Seiten der Lehrerrolle:
1. die p�dagogische Kompetenz (umfasst personale, kommunikative und soziale Kompetenz)
2. die Fachkompetenz
3. Methodenkompetenz
Eine m�gliche Rolle: Der Lehrer als Erzieher
Der Lehrer als Erzieher
� Erziehungsziele bleiben blo�es Wunschdenken, wenn sie die N�he zu denen, die erziehen sollen, also zu Eltern und Lehrern verlieren.
� Der Lehrer soll die Erziehungsziele der Schule verwirklichen
Aufgabenschwerpunkte:
� Erziehungsziele bewusst wahrnehmen � Erziehungsziele reflektieren � (�ber-)Forderungen erkennen � Erziehungsziele ausw�hlen und vermitteln
� Schwerpunkt der Lehrpl�ne liegt zwar auf Lernzielen und �inhalten, aber Erziehungsziele sind ebenso wichtiger Bestandteil im Beruf des Lehrers
� Lehrer muss Erziehungsziele BEWUSST wahrnehmen und Augenmerk nicht nur auf Stoffvermittlung legen
� Intentionale Erziehung: bewusste, absichtliche Erziehung (Erziehung durch �Erziehung�)
� Funktionale Erziehung: Einfl�sse auf Heranwachsende, die zwar wirken, aber nicht bewusst und absichtlich ausge�bt werden (Erziehung durch �Nichterziehung�)
� In den letzten Jahren hat letzteres zugenommen/�berhand genommen
� St�rker intentionale Erziehung gefordert � aber nicht im Sinne von �Ich wei� wo es (f�r dich) langgeht�, sondern in gemeinsamen Lebensformen und im Austausch von Erfahrungen hilft der Erwachsene dem Kind
� Erziehung ist keine Machtaus�bung, sondern helfen, unterst�tzen, begleiten auf gleicher Ebene
Erziehungsziele k�nnen sein (laut Grundgesetz, Lehrpl�nen, Schulgesetzen, Verfassungen sowie nach p�dagogischer Literatur (Weber, Brunnhuber, Oelkers)):
� F�rderung der verschiedenen Begabungen der Kinder � Ein�bung von Umgangsformen, die f�r das Zusammenleben gelten � F�rderung der Lernfreude, Vermittlung von Erfolgszuversicht, Anregung zum selbst�ndigen Arbeiten, Hinf�hrung zur �bernahme von Verantwortung � Bereitschaft und F�higkeit zur Kommunikation und Interaktion � Bildung des Charakters � Ausbildung sozialer, ethischer und religi�ser Werte und Verhaltensweisen � Achtung vor der W�rde des Menschen � Kooperations- und Kommunikationsf�higkeit � Friedensbereitschaft � Mut, Zivilcourage, Selbstdisziplin � Lebens- und Selbstbejahung � Sozialkompetenz � Aber: je mehr Forderungen an den Lehrer herangetragen werden, desto hilfloser kann er werden
Folgende Tugenden w�nschen sich Lehrer an SuS:
� Pflichterf�llung � Toleranz � Offenheit � Freundlichkeit � Kritikf�higkeit � Kompromissbereitschaft � Aktivit�t � Flei� � Hilfsbereitschaft � Kameradschaftlichkeit
Lehrer stehen oft im Spannungsfeld zwischen ministeriellen Forderungen (abstrakte Ziele aus Bildungspl�nen), eigenen Bed�rfnissen und Schulwirklichkeit
� Einf�hlungsverm�gen und Verantwortungsbewusstsein sind bei dieser erzieherischen Arbeit Bedingungen
Was kann ich als Lehrer tun? � Sehr bewusst mit vorgegebenen Zielen umgehen; versuchen, sie zu vermitteln � Sich um viele Kontakte mit den SuS bem�hen, um deren Lebenswirklichkeit zu erfahren � Erziehung = Beziehung! Ich erfahre, was meine SuS wollen und brauchen; ich kann vermitteln, was ich w�nsche und ebenfalls brauche
Merke: Lieber wenige Erziehungsziele erreichen als alle nie!
� Im Bem�hen, Erziehungsziele auch zu verwirklichen, steht der Lehrer zun�chst vor der Aufgabe der Auswahl
� Sie darf nicht willk�rlich sein, sondern muss sich nach der Pers�nlichkeit des einzelnen Sch�lers, nach den Gegebenheiten der Schule usw. richten.
� Hier setzt auch die Arbeit des Kollegiums ein (Konsens in Auswahl finden)
� F�r die Auswahl von Erziehungszielen sind folgende Fragen von Bedeutung:
o Entsprechen die Ziele der Altersstufe der Sch�ler?
o Ist dem Lehrer das soziale Umfeld bewusst?
o Was kann er als Erziehung bereits voraussetzen?
Beispiele: a) Konzentration � Peter wirkt h�ufig unkonzentriert � Mit Peter u.a. werden Konzentrations�bungen gemacht � F�higkeit zur Konzentration stellt sich ein
b) � Ziel: Wecken sozialer Gesinnung (SuS sollen Bed�rfnisse anderer wahrnehmen k�nnen) � Situation: neuer Mitsch�ler kommt in die Klasse � Handlung: SuS zeigen ihm Klassengewohnheiten, Lehrer vermittelt N�he (ist aufgeschlossen, holt R�ckmeldung ein)
c) Kooperationsf�higkeit
� Ziel: SuS sollen sich beim Spiel an Regeln halten k�nnen � Situation: Markus bricht die Regeln � Handlung: Abbruch des Spiels, Lehrer erkl�rt Regeln neu
� Erziehung unterliegt Lernprozessen, L muss SuS Lernweg zugestehen
Merke: Gut Ding hat Weile! Beim Erziehen keine Eile
===Lehrerpers�nlichkeit (und Erziehung)===
� Aufgabenschwerpunkte: o Sich f�rderlicher Grundhaltungen bewusst werden o Eigene Grundhaltungen reflektieren o Grundhaltungen leben
� Bei der Verwirklichung des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schule kommt dem Lehrer eine entscheidende Rolle zu � Die Bedeutung der PERSON des Lehrers r�ckt in den Vordergrund: der einzelne Lehrer muss sich bewusst sein, welche f�rderlichen Grundhaltungen f�r die Aus�bung seines Berufes notwendig sind � Was ist ein �guter� Lehrer? (nach Dieterich) o Emotionale Stabilit�t o Positives Selbstkonzept o Differenzierte und systematische Unterrichtsplanung o Partnerschaftliche Einstellung o Dominanz der indirekten Steuerung o Betonung der Interaktion o Flexibilit�t, Konfliktf�higkeit
� Die Lehrerpers�nlichkeit tritt z.B. ins Rampenlicht, wenn es Probleme mit schwierigen Sch�lern gibt � Grundhaltungen beeinflussen unsere Verhaltensweisen � F�rderliche Grundhaltungen sind: Achtung, Verstehen, Echtheit und Einzelt�tigkeiten (R. und A. Tausch) � Achtung der Person: sich und den anderen als Person achten und respektieren; wissen, das auch ein unverst�ndliches Anderssein seine Gr�nde hat; bedenken, dass nur Leistungen bewertbar sind; nicht aber der ganze Mensch � Echtheit: sich selbst ohne Bewertung annehmen, das eigene F�hlen, Denken und Handeln in �bereinstimmung bringen) � Einf�hlendes Verstehen: den eigenen Gef�hlen vertrauen, einf�hlendes Verstehen vermitteln, an den Sichtweisen des anderen Anteil nehmen � N�he und Distanz: eine N�he vermitteln, die Halt und Geborgenheit gibt und eine Distanz, die die Selbst�ndigkeit f�rdert
Grundhaltung besteht aus 2 Fragen: � Welche Einstellung habe ich mir selbst gegen�ber? � Welche Einstellungen habe ich anderen gegen�ber?
Merke: Grundhaltungen fallen nicht vom Himmel, sondern werden erworben Erziehung fu�t auf 6 Pfeilern
Selbstkonzept Vorbild-Funktion Kommunikation Kooperation Fachkompetenz Realit�tssinn Pers�nlichkeitsf�rdernde Einstellungen und Verhaltensweisen Vorbildhafte Verhaltensweisen Beziehungsf�rdernde Verhaltensweisen Beziehungsf�rdernde Arbeitsweisen Fachliche und didaktische F�higkeiten Realistische Sicht- und Handlungsweisen
Merke: Grundpfeiler der Erziehung sind Standpunkte des Lehrers! Pers�nlichkeitsentwicklung besteht aus Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung und Handeln.
Elternarbeit und Erziehung
Aufgabenschwerpunkte: � Vorurteile gegen Eltern abbauen � Vorurteile der Eltern abbauen � F�rderliche Beziehungen aufbauen � Gespr�chshindernisse erkennen � Blockaden im Gespr�ch abbauen � F�rderliche Gespr�che f�hren � Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen � Erziehungsziele abstimmen � Gemeinsame Wege und Ma�nahmen erarbeiten � Erziehungsziele erfordern gemeinsame Erziehungsarbeit von Eltern und Lehrern � Dies setzt intakte Beziehungen zwischen beiden voraus � Der Abbau von gegenseitigen Vorurteilen und Spannungen ist deshalb notwendig
Vorurteile der Eltern werden abgebaut, wenn sie wahrnehmen, dass:
� Ihre Kinder gerne in die Schule gehen � In der Schule ein f�rderliches Klima herrscht � Ihre Kinder Lernfortschritte machen � Die Lehrer einf�hlend sind � Ihre eigenen Anliegen ernst genommen werden � Lehrer an ihren Kindern interessiert sind
Hilfreich sind dabei folgende Verhaltensweisen des Lehrers: � Klare �u�erungen und Stellungnahmen geben � Den eigenen Standpunkt verdeutlichen � Schulische Angelegenheiten offen legen (Transparenz) � Sichtweisen der Eltern verstehen
Elterngespr�che sollten folgenderma�en ablaufen:
1) Vermittlung einf�hlenden Verstehens durch den Lehrer (Empathie) 2) Verdeutlichung der eigenen Sichtweisen und Empfindungen (feed back des Lehrers) 3) Erarbeitung gemeinsamer L�sungswege der Probleme 4) Begleitung bei der Durchf�hrung bestimmter Aktivit�ten (Erprobung der L�sungswege) 5) R�ckmeldung der Wirkungen, Erfolge, Misserfolge ggf. �nderungen
Arten von Gespr�chen:
a) Das Informationsgespr�ch � Eltern w�nschen Informationen z.B. �ber Leistungsstand ihrer Kinder (ihr Verhalten, Schulwechsel etc.) � L ist als kompetenter Fachmann gefragt � Sachebene hat Vorrang vor Beziehungsebene � Nicht stur, �berheblich sein
b) Das Beratungsgespr�ch � direktive Beratung: Lehrer bestimmt Ziele und Inhalte und Verlauf des Gespr�chs. Der Selbstbestimmung des Gegen�bers wird kaum Raum gegeben. (anordnen, belehren, moralisieren, warnen, kritisieren�)
� nichtdirektive Beratung: Erziehungspartner (Eltern) bestimmen Ziele und Inhalte und den Verlauf des Gespr�chs. Der Lehrer versteht sich als Helfer, um Selbstentwicklung des Gegen�bers zu erm�glichen. (aktiv zuh�ren, einf�hlen, verstehen, echt sein, offen sein, best�tigen, verst�rken�)
Merke: dem anderen helfen, hei�t, dessen Selbst�ndigkeit zu f�rdern
� Die Erkennung von unterschiedlichen Erziehungssichtweisen und Verhaltensweisen und die Suche nach Gemeinsamkeiten bleiben deshalb eine dringliche Aufgabe von Elternhaus und Schule � Eine Reihe von Gemeinsamkeiten bietet sich an: o Hausaufgabenproblematik o Erziehungs- und Unterrichtsziele o Soziale Erziehungen o Leistungsfeststellung o �
Merke: Viele Lehrer sind auch Eltern. Alle Eltern waren auch Sch�ler. Viele Sch�ler werden Eltern. Manche Sch�ler werden Lehrer. Sollte es da keine Gemeinsamkeiten geben?
Die Aufgaben eines Lehrers
Im Unterricht:
- Erf�llung s�mtlicher Lehrerfunktionen (Unterrichten, Beobachten, Diagnostizieren, usw.)
- (Klausuren-) Aufsicht
Nebenunterrichtliche T�tigkeiten:
- Konferenzen (Klassen- und Zeugniskonferenzen; Schulkonferenz; Dienstversammlungen, Lehrerkonferenz, Personalversammlung)
- Elternsprechtag
- Pausenaufsichten
- nebenunterrichtl. Engagement, z.B. Leitung einer AG, Bibliotheksdienst, etc.
- Unterrichtsvorbereitungen (Unterrichtsablaufplanung, Recherchieren, Nachdenken, Lesen, Herstellung von Kopiervorlagen, Kopieren, Besorgung von Materialien etc.)
- Pr�fungsvorbereitungen (Abitur, Abschlusspr�fungen)
- Arbeiten, Klausuren, Abschlussarbeiten und Abiturklausuren zusammenstellen und korrigieren (ggf. zweitkorrigieren), vorher Musterl�sungen erstellen
- Schreiben von Zeugnissen
- Eltern/-Sch�lergespr�che � in der Schule oder telefonisch von zu Hause aus
- Klassenfahrten � Vor- und Nachbereitung, Durchf�hrung
- Fortbildungen zu verschiedenen Themen
Zur Bedeutung des Lehrerseins
Lehrer zu sein bedeutet heute:
- Vorbild zu sein und Verantwortung zu �bernehmen
- Wissen vermitteln und K�nnen auspr�gen (Fachmann/frau f�r Lernprozesse sein)
- Potenziale zu erkennen und zu f�rdern
- Lerngelegenheiten zu schaffen, individuelle Lernpl�ne zu erstellen
- Freude an Leistung zu vermitteln
- Neugier und Wissbegierde zu wecken (F�rderer von Motivation)
- kulturelle Identit�t zu f�rdern und Internationalit�t zu unterst�tzen
- Probleme erkennen und l�sen
- erzieherische Verantwortung wahrzunehmen, Werte und soziale Kompetenzen zu vermitteln
- mit den sozialen Problemen der Gesellschaft konfrontiert zu werden und integrierend zu wirken
- Lehren und erziehen als Teamarbeit mit Kollegen, Eltern und den Sch�lern zu begreifen
- Evaluierungsm�glichkeiten entwickeln und kontinuierlich anwenden
- die Entwicklung der eigenen p�dagogischen F�higkeiten als professionellen Auftrag zu begreifen und sich deshalb kontinuierlich weiterbilden und beraten zu lassen
- die Entwicklung des Schulwesens aktiv als Unterrichtender, Schulfachmann und m�ndiger B�rger zu gestalten
Zur Professionalisierung des Lehrerberufes
Fortbildung
Ein Lehrer bildet sich im gesamten Verlauf seines Berufslebens fort, sowohl im Hinblick auf die per�nliche, methodische als auch schulorganisatorische Kompetenz. Weiterbildungsangebote ber�cksichtigen den Entwicklungsbedarf des einzelnen Lehrers, so kann man sich fachlich weiterbilden (bis hin zur Lehrbef�higung f�r ein weiteres Fach), als auch einen Weg ins Schulmanagement, als Supervisionstrainer usw. er�ffnen.
Kooperatives Arbeiten
Kooperation zwischen Kollegen (siehe auch Meidinger, S. 124ff) Um nicht als einsamer K�mpfer in der Schule zu enden, sind zwei Schritte aus der Einsamkeit hin zur Gemeinsamkeit erforderlich:
1. Schritt: Vom Individuum zur Gruppe,
2. Schritt: vom Unterrichtsraum zur Schule
Schule muss das Kollegium als soziales St�tzsystem nutzen lernen, statt Rivalit�t und Cliquenbildung in Kollegien als Belastungsfaktoren zu produzieren.
Funktionen sozialer St�tzsysteme: PINES, ARONSON und KAFREY haben die Funktionen beschrieben, die ein soziales St�tzsystem f�r den Einzelen haben kann:
Zuh�rer haben: Alle Menschen brauchen gelegentlich aktive Zuh�rer, ohne gleich Ratschl�ge angboten zu bekommen und beurteilt zu werden (ein sog. offenes Ohr).
Sachliche Anerkennung: Alles Menschen�brauchen eine sachliche Anerkennung ihrer Arbeit. Eine Person, die solches Feedback zu gebren vermag, muss die Komplexit�t der Aufgabe verstehen un den Mut zur aufrichtigen R�ckmeldung haben.
Emotionale Unterst�tzung: Dies erfordert keine Sachkenntnisse, sondern einen Menschen, dem der anderer Mensch wichtiger ist als die Position, die er vertritt, wichtiger als die besondere Arbeitsaufgabe.
Emotionale Herausforderung: Sie wird durch Personen realisiert, die duch ihre Denkimpulse helfen k�nnen, aus der eigenen, emotionalen Befangenheit auszubrechen und zu einer rationalen L�sung zu gelangen.
Teilen der sozialen Realit�t: Gemeint sind Personen, die mitteilen, dass sie die Einsch�tzung der Realit�t teilen. In Zeiten, in denen Stress und Verwirrung drohen und man vern�nftigen Rat gebrauchen kann, ist ein Mensch mit gleichen Priorit�ten, Wertvorstellungen und Ansichten eine gro�e Hilfe.
Beratungsmodelle
Reflecting teams
Die Methode des �Reflecting Teams� kommt aus der systemischen Therapie und wird zunehmend im Ausbildungs- und Evaluationszusammenhang angewandt. Ziel ist es, einen Freiraum f�r die Entwicklung vielf�ltiger Perspektiven und angemessener Ideen und L�sungsm�glichkeiten zu schaffen, in dem die Integrit�t der Sch�ler/Klienten gewahrt bleibt und das Annehmen von Vorschl�gen erleichtert wird. Dazu begeben sich die beteiligten Ratsuchenden und Beratenden, Beobachtenden in einen gemeinsamen Prozess von abwechselnder Kommunikation.
Praktisch nehmen hierbei drei bis vier Mitglieder eines p�dagogischen oder therapeutischen Teams eine reflektierende Position ein. Sie verfolgen z.B. das Beratungsgespr�ch zwischen einem Therapeuten und einer ratsuchenden Familie entweder durch einen Einwegspiegel aus einem Nachbarraum oder indem sie direkt mit im Raum sitzen. Sie beteiligen sich nicht aktiv am Gespr�ch, h�ren jedoch aufmerksam zu.
Nach einer gewissen Zeit werden die Positionen gewechselt. Die Mitglieder des Reflecting Teams denken jetzt laut �ber den von ihnen beobachteten Gespr�chsprozess nach. Sie f�hren einen �Metalog�, also ein Gespr�ch �ber das Gespr�ch. Das vorher beobachtete System h�rt dann zu. Diese Methode l�sst sich auch sehr gut bei der kontinuierlichen Beobachtung von Lehr- und Lernprozessen einsetzen. Mit Reflecting Teams kann das Feedback und die Qualit�t des Lehrens und Lernens deutlich verbessert werden.
Kollegiale Praxisberatung
Selbst- und Fremdbild beeinflussen sich gegenseitig. Wir versuchen die Erwartungen, die andere an uns stellen, zu erf�llen, um ein positives Fremdbild zu erzielen und gleichzeitig als der positive Charakter zu erscheinen, der wir unserer eigenen Meinung nach (meistens) sind.
Siehe auch die Informationen unseres Studienseminars unter folgendem Link:
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Supervision
Supervision ist eine professionalisierte Reflexions- und Beratungsform, in der die Teilnehmer ihre ``Erfahrungen, Fragestellungen und Konflikte`` thematisieren. Dabei werden sowohl pers�nliche Rahmen- als auch kontextuelle Arbeitsbedingungen thematisiert. Durch den kreativen Dialog aller Beteiligten unter Leitung eines Supervisors werden die Ressourcen von Einzelpersonen oder Gruppen aktiviert und umgesetzt. Hilfe zur Selbsthilfe hei�t das Zeil von Supervision. Es geht dabei nicht um die Vermittlung von F�higkeiten, sondern um die Reflexion der eigenen beruflichen T�tigkeiten und ihrer pers�nlichen Verarbeitung. Die wichtigsten Ziele von Supervision sind:
- Nutzung und Erweiterung von Handlungskompetenzen
- St�rkung der Kooperations- und Konfliktf�higkeit
- Psychische /emotionale Entlastung
- Erfahrung von Gruppenerleben / Gemeinsamkeit/ Verstandenwerden
- Anregung zur Selbstrefelxion und zur Reflexion der Berufsrolle
- (Weiter-) Entwicklung von Organisation
- Neue Perspektiven erkennen und artikulieren lernen
- Qualit�tssicherung
Literatur
�Bovet, Gislinde; Huwendiek, Volker (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. P�dagogik und Psychologie f�r den Lehrerberuf, Berlin 2005
�Handke, Ulrike: Der Mutmacher. Ratgeber f�r den p�dagogischen Berufseinstieg, Berlin 2004, S. 47-56
�Kliebisch, Udo; Meloefski, Roland: LehrerSein. P�dagogik f�r die Praxis, Baltmannsweiler 2006, S. 223 ff
Meidinger, Hermann: St�rke durch Offenheit. Ein Trainingsprogramm zur Verbesserung der Kommunikations- und Konfliktf�higkeit von Lehrern, Berlin 2000
� Gordon, Thomas. Familienkonferenz. Reinbek 1980.
� Keck, Rudolf. Kooperation Elternhaus � Schule. Bad Heilbrunn, 1979.
� Thalmann, Hans-Christian: Den Schulalltag bestehen. Freiburg, 1979.
� Weber, Wilfried. Wege zum helfenden Gespr�ch. M�nchen, 1981.
� �P�dagogik�-Heft (1992) mit dem Themenschwerpunkt Eltern �Lehrer � Sch�ler, Ideen f�r Kooperation.
Internetquellen
- http://www.uni-koeln.de/ew-fak/konstrukt/didaktik/reflecting/reflecting_kurzbeschreibung.html
- http://www.dihk.de/inhalt/download/reformvorschlaege_lehrerbildung.pdf
- http://www.schulpsychologie.de/kollegen/supervision.htm#kollegiale%20Fallbesprechungsgruppe
- http://www.innovative-teachers.de/page.aspx?Page=a2ac36ba-065e-4044-acdd-664244bb95fa
- http://www.ats20.de/schule/aufgabeneineslehrers.htm
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