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KoopGH Thema9

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Thema 9: Qualit�t sichern und evaluieren und Konsequenzen f�r Schule und Unterrichtsentwicklung ziehen

wird bearbeitet von Bu�, Isgen und Strauch


Contents

Was ist �berhaupt Qualit�t?

Qualit�t = "G�te, Wert" = normativ
  • aber: Qualit�tsauffassung ist immer abh�ngig vom jeweiligen gesellschaftlichen Konsens und damit wechselhaft
  • die deutsche Bildungspolitik ist (sp�testens seit PISA) bestrebt, einen solchen allgemeing�ltigen Konsens - in Abstimmung mit allen am Prozess Beteiligten - festzulegen

(= wir befinden uns noch in der Phase der Einf�hrung neuer Ma�nahmen zur Qualit�tssicherung und Evaluation)

  • im Folgenden werden die Ma�nahmen vorgestellt, die im deutschen Bildungssystem aktuell erprobt/eingef�hrt werden


Zur aktuellen Situation: Auf der Suche nach M�glichkeiten der Qualit�tssicherung/Evaluation

These/Empfehlung der OECD: �Klare Ergebnisorientierung bei erweitertere Schulautonomie und konsequenter Rechenschaftsablegung beg�nstigen gute Schulleistungen.� (OECD, 2002)

Nicht zuletzt durch und seit PISA ist folgende bildungspolitische Tendenz zu beobachten:

  • Dezentralisierung einerseits (durch mehr Autonomie der einzelnen Schulen bzgl. ihrer Schwerpunktsetzung/ihres Profils)
  • Zentralisierung andererseits (durch klare Ergebnis- bzw. Standardorientierung, festgeschrieben in Kompetenzen der l�nderspezifischen Kerlehrpl�ne; abpr�fbar in verschd. Ma�nahmen zur Standard�berpr�fung (Bildungsstandards der KMK)

Die �ffentliche und fachliche Diskussion um Schul- und Unterrichtsqualit�t befasst sich demnach mit den Fragen nach:

  • nach geeigneten Verfahren der Standardsetzung

diese schlagen sich bundesweit in der Formulierung von Bildungsstandards und in den einzelnen Bundesl�ndern in der Formulierung von Kompetenzerwartungen in (Kern-) Lehrpl�nen f�r die einzelnen F�cher nieder

  • nach Verfahren der Standard�berpr�fung

gesucht und erprobt wurden in den letzten Jahren solche Verfahren, die die methodischen Prinzipien aus Schulleistungsstudien wie z.B. PISA anwenden (standardisierte Testverfahren), aber auf Schulevaluation zielen(Qualit�tsentwicklung �vor Ort�)


Zentrale Vorgaben der Lernstandserhebungen beziehen sich auf Output-Standards = �Bildungsstandards� als Festlegung bestimmter Kompetenzen zu bestimmten Zeitpunkten) und die Messgr��en, inwieweit diese Standards erreicht werden. Die Umsetzung der Vorgaben durch die bildungspolitischen Gremien (KMK, Ministerien der L�nder etc.) in konkrete Arbeitsschritte bleibt Aufgabe der Schulen und insbesondere der Fachkonferenzen. Dabei spielen die Kernlehrpl�ne (zun�chst f�r Deutsch, Englisch und Mathematik) eine zentrale Rolle (seit 2004 erprobt, ab 2005 stufenweise verbindlich, seit 2006/07 f�r die gesamte Sekundarstufe I verbindlich).


Konsequenz: die M�glichkeit/Aufgabe, konkrete Ergebnisse der Unterrichtsarbeit an objektiven Vergleichstandards zu messen, zu deuten und Ma�nahmen zu einer m�glichen Verbesserung zu planen und umzusetzen.


Einf�hrung von bundesweit g�ltigen Bildungsstandards (KMK)

Bildungsstandards
  • beziehen sich auf Lernergebnisse
  • greifen allgemeine Bildungsziele auf
  • beschreiben Kompetenzen und ihre Stufung in fachdidaktisch begr�ndeten Kompetenzmodellen (wie z.B. in PISA)
  • konkretisieren die Kompetenzstufen durch Aufgaben und Testverfahren
  • legen Regelstandards fest (vgl. KMK Beschl�sse vom 4.12.2003 f�r Bildungsstandards f�r den mittleren Schulabschluss)
  • (sp�ter) benennen Leistungserwartungen im Sinne einer erwarteten Verteilung auf Kompetenzstufen

Festlegung auf zu erwerbende Kompetenzen (KLP,l�nderspezifisch)

Kompetenz

�Kompetenz stellt die Verbindung zwischen Wissen und K�nnen her und ist als Bef�higung zur Bew�ltigung von Situationen/Aufgaben zu sehen� (zitiert nach �Standards � Unterrichten zwischen Kompetenzen, zentralen Pr�fungen und Vergleichsarbeiten�, Friedrichjahresheft XXIII, 2005, Editorial)

Vgl. auch: Definition aus einer Expertise "Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards" (S. 59):

"die bei Individuen verf�gbaren oder von ihnen erlernbaren kognitiven F�higkeiten und Fertigkeiten, bestimmte Probleme zu l�sen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und F�higkeiten, die Probleml�sungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu k�nnen."

Kompetenz ist nach diesem Verst�ndnis eine Disposition, die Personen bef�higt, bestimmte Arten von Problemen erfolgreich zu l�sen, also konkrete Anforderungssituationen eines bestimmten Typs zu bew�ltigen.

Die individuelle Auspr�gung der Kompetenz wird nach Weinert(Expertise)von verschiedenen Facetten bestimmt:

  • F�higkeit
  • Wissen
  • Verstehen
  • K�nnen
  • Handeln
  • Erfahrung
  • Motivation

Bei dem Kompetenzbegriff, der den Bildungsstandards zugrunde liegt, geht es um die grundlegenden Handlungsanforderungen, denen Sch�lerinnen und Sch�ler in einem Lernbereich (Fach, "Dom�ne") ausgesetzt sind. Es geht sowohl um Wissen und kognitive F�higkeiten wie um Motivation und Kommunikation.

Dabei gilt:

  • "Wissen ist die Basis jeder Kompetenz."
  • Kompetenzen entwickeln sich nicht "im Allgemeinen", sondern nur durch systematischen Aufbau (siehe *Kompetenzstufen/Stichwort: "kumulatives Lernen"), intelligente Vernetzung und variierende situative Einbettung von Wissen.
  • Isoliertes fachliches Lernen erzeugt "tr�ges Wissen".

Kompetenzstufen Kompetenzstufen beschreiben ein hierarchisch aufgebautes System von Kompetenzen innerhalb eines Lern- und Handlungsbereichs, das von der Annahme ausgeht, dass derjenige, der die h�heren Kompetenzstufen erreicht hat, auch die unteren Kompetenzstufen sicher beherrscht ("kumulatives Lernen").

Konkrete Ma�nahmen zur Standardsicherung/-�berpr�fung

�berblick: Ma�nahmen zur Standard�berpr�fung

Jahrgang: Standard�berpr�fung [Standardsetzung/Bezug zu den Standards]

3: Parallelarbeiten (freiwillig)

4: zentrale Lernstandserhebung (D,M) [Anforderungen am Ende der 4/KMK Bildungsstandards Ende 4]

6: - [Anforderungen am Ende der 6, (Vgl. Kernlehrpl�ne)]

7: (2. Halbjahr) Parallelarbeiten (schulinterne Aufgabenstellung) in D, M, E(seit 99/00)

8: - [Anforderungen am Ende der 8 (Vgl. Kernlehrpl�ne)]

9: (1. HJ) zentrale Lernstandserhebung(Vergleichsarbeiten in D,M)(seit 04/05)

10:(2. HJ) (ab 06/07) Teilzentrale Abschlusspr�fungen mit zentralen schriftl. Pr�fungsaufgaben in D, D, M [Anforderungen am Ende der 10 in den KLP; Bildungsstandards KMK]

13: Zentralabitur


Lernstandserhebungen

"Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten orientieren sich an dem Trend in der wissenschaftlichen Diskussion um Standards und Qualit�tsentwicklung im Schulwesen und an der Tendenz der Beschlussfassung der KMK, sich nicht auf H�ufigkeitsvergleiche von Ergebnissen zu beschr�nken, sondern mit Kompetenz(stufen)modellen zu arbeiten, die den diagnostischen Ertrag der Lernstandserhebungen erh�hen und es erlauben festzustellen, welche Anteile von Sch�lerinnen und Sch�lern Mindestanforderungen, Regelanforderungen oder Exzellenz erreichen."

(Quelle: learnline)

Ziele der Lernstandserhebungen Im Besonderen werden bei den Lernstandserhebungen in Jahrgangsstufe 9 folgende Ziele angestrebt:

  • Standard�berpr�fung und Qualit�tssicherung (Orientierung einer Schule �ber die eigene Wirksamkeit),
  • Feststellung von Lern- und F�rderbedarf in den �berpr�ften Bereichen der F�cher Deutsch, Englisch und Mathematik (f�r Sch�lergruppen und eingeschr�nkt f�r einzelne Sch�lerinnen und Sch�ler),
  • St�rkung der diagnostischen Kompetenz von Lehrkr�ften (durch den Vergleich von Voraussagen mit tats�chlichen Ergebnissen ihrer Sch�lerinnen und Sch�ler),
  • Orientierungshilfe bei der Leistungsbewertung (durch eine objektivierte Erfassung von Leistungsst�nden),
  • Weiterentwicklung des Unterrichts in den Schulen (als Konsequenz der Ergebnisse der Lernstandserhebungen),
  • Unterst�tzung der Umsetzung der neuen Kernlehrpl�ne (durch die enge Verkn�pfung mit Kernlehrpl�nen und durch einen ausgewiesenen Standardbezug der Aufgaben ab Schuljahr 2005/06),
  • Identifikation von Schulen mit m�glicherweise unbefriedigender Wirksamkeit im Hinblick auf Unterst�tzungsnotwendigkeiten (langfristige Perspektive),
  • Bereitstellung von (erg�nzenden) Informationen f�r das Systemmonitoring (erg�nzend zu Befunden aus Schulleistungsstudien wie z.B. PISA-E)

Teilzentrale Abschlusspr�fungen

Zentralabitur

Schulinspektionen

Die Qualit�tsanalyse an Schulen ist einer der zentralen Punkte/Neuerungen des neuen Schulgesetzes:

Dabei werden die Schulen landesweit �regelm��ig vor Ort einer �berpr�fung durch unabh�ngige Experten unterzogen. �hnlich der Funktion von Unternehmensberatungen sammeln die Qualit�tsteams [=Schulinspektion] Informationen �ber die bestehenden Schulentwicklungsprozesse. Die Qualit�tsanalyse soll vor allem ein Instrument zur Selbstvergewisserung von Schulen sein. Die sich aus der Auswertung der Qualit�tsanalyse ergenenden Ma�nahmen sind Grundlagen f�r Zielvereinbarungen mit der Schulaufsicht [= Kontrollfunktion der Schulinspektion].�

(aus: Schule heute, Zeitschrift des Verbandes Bildung und Erziehung, 08/2006, Beilage zum Neuen Schulgesetz)

Webseiten:

http://www.bildungsportal.nrw.de/BP/Schulsystem/Qualitaetssicherung/Qualitaetsanalyse/index.html

http://www.bildungsportal.nrw.de/BP/Aktuelles/Qualitaetsanalyse/index.html

...

Teaching for the test ?

Schulentwicklung

Warum Schulentwicklung?

  • Schule muss sich den st�ndigen gesellschaftlichen Ver�nderungsprozessen stellen
  • Einzelschule muss sich an gesellschaftliche Verh�ltnisse anpassen, gleichzeitig aber ihr Innenleben eigenst�ndig und selbstbestimmt regeln.
  • Wesentliche Grundmotive f�r Schulentwicklung:

I. Dezentralisierung und damit einhergehende zunehmende organisatorische Eigenst�ndigkeit der Schulen:

  • dezentrale Steuerung und damit verbundene Handlungs- und Gestaltungsspielr�ume bzgl. innerer Schulangelegenheiten

II. Wandel der Lernkultur:

  • Belehrung tritt in den Hintergrund, Aneignung und F�rderung der Kompetenzen von SuS werden zum Ziel
  • Mensch wird zum Dreh- und Angelpunkt der schulischen Ver�nderungsbestrebungen
  • Lernen soll sinnhaft sein und der Entfaltung menschlicher F�higkeiten dienen (Leitbild der Lernenden Organisation)

III. Qualit�tssicherung bzw. die Frage nach der �guten Schule�

  • Unterrichtsentwicklung wird zum Kern von Schulentwicklung
  • Ma�stab f�r Schulentwicklung ist die Wirksamkeit von Lehr- und Lernprozessen
  • Qualit�tssicherung setzt innerschulische Kooperation, gemeinsame Planung und Evaluation voraus

Was ist Schulentwicklung?

das Drei-Wege-Modell von Rolff: Schulentwicklung als

I. Unterrichtsentwicklung (UE)

  • Sch�lerorientierung, �berfachliches Lernen, Methodentraining, Selbstlernteams, �ffnung, Erweiterte Unterrichtsformen, Lernkultur etc.

II. Organisationsentwicklung (OE)

  • Schulprogramm, Schulentwicklung, Erziehungsklima, Schulmanagement, Teamentwicklung, Eltern, Evaluation, Kooperation etc.

III. Personalentwicklung (PE)

  • systematische F�rderung und Entwicklung des Personals: Supervision, Kommunikationstraining, Schulleitungsberatung, Hospitationen, Jahresgespr�che etc.


Kernprozesse der Schulentwicklung

Schulentwicklung = gezielt geplanter Entwicklungsprozess, der von allen Beteiligten getragen wird

Drei Kernprozesse der Schulentwicklung:

I. Erfassen der Ausgangslage (Ist-Analyse)

II. Zielfindung: Festlegung der Ziele und Schwerpunktsetzung

III. Evaluation des Vorgehens

Allgemein

  • Entscheidend ist die Planung und konkrete Zielorientierung
  • Bedeutsam ist die Wahrnehmung von Wechselbeziehungen statt linearer Ursache-Wirkung-Ketten
  • Oft werden Steuergruppen gebildet
  • Schulleitung hat Schl�sselrolle: Wandel vom Verwalten zum Gestalten / Innovieren, von direktionaler zu partizipativer Schulleitung

Ist-Analyse oder Bestandsaufnahme

  • Grundsatz: �Keine Ma�nahme ohne Diagnose� oder Standortbestimmung
  • Systematische Bestandsaufnahme der Ist-Situation
  • Unterst�tzung der externe Berater
  • Instrumente der Organisationsentwicklung:

(a)Frageb�gen wie das IFS-Barometer (b)St�rken-Schw�chen-Analyse (c)Kraftfeldanalyse (d)SOFT-Analyse (Satisfactions, Faults, Opportunities, Threads ? erfordert diskursive Auseinandersetzung im Kollegium)

Zielfindung: Leitbilder, Schulprofile und Schulprogramme

  • Schulprofil: das, was an einer Schule an konkreten inhaltlich-fachlichen oder �berfachlichen Schwerpunkten �ber die Jahre herangewachsen ist.
  • Leitbild: Ausdruck des gemeinsamen Grundes und Zukunftswillens einer Schule
  • Schulprogramm: enth�lt die p�dagogische Grundausrichtung eines Kollegiums, hat sich im Unterschied zum Schulprofil nicht �ber Jahre hinweg mehr oder weniger zuf�llig herausgebildet, sondern muss erst erarbeitet werden.
  • Gegenstandsbereich von Schulprogrammen und Leitbildern umfasst Aktivit�ten des Schullebens, der Kooperation mit inner- und au�erschulischen Partnern und Initiativen.
  • Entwicklung eines Schulprogramms wird als K�nigsweg bezeichnet
  • Alle drei Begriffe haben die Besinnung auf die Formulierung der p�dagogischen Zielsetzung einer Schule gemeinsam und dient damit als Grundlage f�r die Evaluation.

Evaluation und Qualit�tssicherung

  • Evaluation = systematischer, kontinuierlicher Lern- und Arbeitsprozess

Sammeln von Daten, Zahlen und Ziffern in quantitativer Form wie auch in qualitativer Form Bewertung: erreichen von Standards und St�rken und Schwachstellen

  • Evaluation ist ein Prozess, der als eine Art Kreislauf zu beschreiben ist:

Ziele f�r die Evaluation erarbeiten Kriterien festlegen Indikatoren bestimmen stimmige Methode entwickeln Daten gewinnen, auswerten, analysieren und interpretieren Ergebnisse aufarbeiten und pr�sentieren / Feedback geben Ma�nahmen umsetzen


Schulentwicklung konkret

Gelingensbedingungen f�r Schulentwicklungsprozesse

  • Breite Beteiligung des Kollegiums
  • Aktive Unterst�tzung durch die Schulleitung
  • Auftragserteilung durch das Kollegium
  • Wenn n�tig, Ansprechen von Hindernissen
  • Kl�rung der Ziele und Formulierung eines Leitbildes
  • Herunterbrechen der Ziele in machbare Entwicklungsfelder / Umsetzungsschritte und konkrete Ma�nahmen
  • Bildung einer Steuergruppe
  • Hinzuziehen externer Begleiter
  • Evaluation der Umsetzungsschritte
  • Balance zwischen Ziel- und Prozessorientierung


Schulprogramm als eine M�glichkeit der Profilbildung

  • Schulprogrammarbeit und das Schulprogramm dienen der Schulentwicklung und damit der Entwicklung und Sicherung der Qualit�t schulischer Arbeit.
  • Ein Schulprogramm ist das grundlegende Konzept, das �ber die p�dagogischen Zielvorstellungen und die Entwicklungsplanung einer Schule Auskunft gibt.

Unterrichtsentwicklung

Aufgabenentwicklung

Aufgabenqualit�t

...

Evaluation

PowerPoint-Pr�sentation zur Evaluation

...

...

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